09.01.2020
Hausärzteversorgung im Landkreis Miltenberg - Wir müssen handeln

Am 09.01.2020 luden die Freie Wählergemeinschaft Mömlingen und der Kreisverband der Freien Wähler zu einer Veranstaltung zum Thema „Hausärzteversorgung im Landkreis Miltenberg“ ein.

Im gut besetzten Veranstaltungsraum der Alten Schule Mömlingen referierte Hr. Dr. Pfeifer, Vertreter der KVB in Unterfranken, zur ärztlichen Versorgungssituation. Hierbei erläuterte er die generelle Systematik der Versorgungsplanung und deren Auswirkungen auf die Versorgungsbereiche Obernburg und Miltenberg. Die entscheidende Kennzahl (1609) ist das Verhältnis von Ärzten zu Einwohnern in einem Bereich, die für eine 100%-ige Versorgung steht.

Nach den neuesten Planungsergebnissen zur Hausarztversorgung ist der Bereich Miltenberg zu ca. 94 % versorgt, wobei der hohe Anteil von 44% der Ärzte mit einem Alter über 60 Jahre auf Versorgungslücken in naher Zukunft schließen lässt. Im Bereich Obernburg sieht es etwas besser aus; hier besteht eine Versorgung zu ca. 100% bei einem Anteil der über 60 jährigen Ärzte von 31% .

Detaillierte Angaben zu Versorgungsplanung der KVB auch zu anderen Ärztegruppen sind zu finden unter

https://www.kvb.de/ueber-uns/versorgungsatlas .

 

Hr. Dr. Pfeifer stellte klar, dass die KVB die Versorgung nur mit auch vorhandenen Ärzten sicherstellen kann. Um die vorhandenen Ärzte kämpfen die verschiedensten Interessensgruppen aus Bundesländern, Landkreisen, Städten, Kommunen, Kliniken und Praxen. Hier gilt es frühzeitig anzusetzen, um angehende Ärzte für die Tätigkeit eines Hausarztes in der Region zu gewinnen. Die KVB fördert mit verschiedenen Maßnahmen, um u.a. für angehende Ärzte den ländlichen Raum attraktiv zu gestalten.

Ein Hauptproblem  sei aber die seit Anfang der 1980er Jahre kaum veränderte Ausbildungsquote. Im Bereich der Krankenhäuser werde versucht die Lücke massiv mit ausländischen Ärzten zu schließen, die aber dann in ihren Heimatländern der dortigen Versorgung entzogen seien. Von den Bundesländern müssten daher vermehrt Studienplätze für Medizin angeboten werden, um die sich immer stärker abzeichnenden Versorgungsprobleme bewältigen zu können. Leider ist es bisher nur in Bayern dazu gekommen.

Im Anschluss des Vortrags gab es noch eine rege Diskussion über die Möglichkeiten der Kommunen, auf die ärztliche Versorgung Einfluss zu nehmen.

Dieses Thema wird  Gesellschaft, Politik und jeden Einzelnen auch in Zukunft beschäftigen.


Artikel Main-Echo

Artikel Meine News