15.03.2019
Seminarabend zum Thema „Leben und Wohnen im Alter“ in Mömlingen

Am 15. März veranstaltete die Freie Wählergemeinschaft Mömlingen in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk für Kommunalpolitik Bayern in Mömlingen einen Seminarabend zum Thema „Leben und Wohnen im Alter“ an dem 23 Besucher aus dem Landkreis teilnahmen. Als Referent konnte Hr. Albert G. Walther, Diplom Architekt aus Bad Kissingen, gewonnen werden. Er befasst sich seit vielen Jahren mit dem Thema altersgerechtes, barrierefreies Bauen und hat dabei auch das örtliche Umfeld und die vielen Rahmen- und Randbedingungen im Blick.

 

In seinem sehr informativen und kurzweiligen Vortrag gab er zuerst einen Überblick über die Entwicklung der Pflegebedürftigkeit, die sich bis zum Jahr 2050 auf über 5 Mio. Pflegebedürftige mehr als verdoppeln wird. Zur Zeit wird der Pflegebedarf zu ca. 30% durch stationärer Pflege (Pflegeheimen) und zu ca. 70% durch häusliche Pflege abgedeckt.

Vor diesem Hintergrund stellte Hr. Walther alternative Wohnformen zu den Pflegeheimen vor, die als nutzergesteuerte, ambulant betreute Wohnformen mehr Selbstbestimmtheit bieten und dabei auch den ggf. späteren intensiveren Pflegebedarfen gerecht werden.

Für diese Wohnformen, wie „Service Wohnen“, „Senioren Hausgemeinschaft“, „Mehrgenerationen Wohnen“ und „Ambulant betriebene Wohngemeinschaften“ bedarf es jedoch einer guten Infrastruktur wie ein gut ausgestattetes Quartier mit Angeboten für das tägliche Leben, Angebote für niederschwellige Betreuung - z.B. Sozialgenossenschaften oder Bürgernetzwerke - sowie leistungsfähige Tagespflegeangebote und ambulante Pflegedienste in ausreichender Quantität und Qualität.

 

Hr. Walther stellte jede alternative Wohnform anhand von bereits realisierten Projekten vor, die jeweils von unterschiedlichen Projekt- und Bauinitiativen ins Leben gerufen wurden, wobei die betroffenen Kommunen den Vorhaben sehr offen gegenüber standen. Einen Überblick über Fördermöglichkeiten des Bayerischen Staates rundete den Vortrag ab.

Bereits während des Vortrages als auch anschließend wurden die aufkommenden Fragen diskutiert und beantwortet.

 

Der Seminarabend machte den Teilnehmen einmal mehr deutlich, dass auch im Landkreis Miltenberg und seinen Kommunen mehr Aktivitäten entfaltet werden müssen, um den zukünftig Pflegebedarf bewältigen zu können.